Deutsche Jahrgangsmeisterschaften in Berlin

///Deutsche Jahrgangsmeisterschaften in Berlin

Deutsche Jahrgangsmeisterschaften in Berlin

Junge Poseidon-Athleten überzeugen in Berlin

Nika Steigerwald und Anna Reibenspiess schaffen bei der deutschen Jahrgangsmeisterschaft Podestplätze, Alexander Gening landet im Mehrkampf auf Rang vier.

Ein Kreis­re­kord, meh­re­re Clu­b­re­kor­de, Fi­nal­teil­nah­men und Top-Ten-Plät­ze so­wie als Krö­nung zwei Po­dest­plät­ze – mit die­sen Er­fol­gen war­te­te das ju­gend­li­che Quar­tett des SSKC Po­s­ei­don bei den deut­schen Jahr­gangs­meis­ter­schaf­ten (DJM) in Ber­lin auf und sorg­te da­mit für die bis­her bes­te Bi­lanz der Aschaf­fen­bur­ger Schwim­mer auf DSV-Ebe­ne.

Dies erfüllte Poseidon-Coach Tom Ehrhardt mit berechtigtem Stolz. Mehrkämpferin Nika Steigerwald, bei der »Süddeutschen« auf dem Silberrang, wuchs in der Schwimmwoche über sich hinaus und belohnte sich als Debütantin auch auf Bundesebene mit Silber. Anna Reibenspiess, die Topschwimmerin der Poseidonen und Vielstarterin in Berlin, genoss nach einer Superleistung über 400 m Lagen den Gewinn ihrer Bronzemedaille.

1. Tag:

Den für das Quartett wichtigen ersten Start absolviert Cäcilia Bausback. Nach dem obligatorischen Einschwimmen ab sieben Uhr beginnen die Vorläufe über 200 m Schmetterling um 8.30 Uhr. Die Gymnasiastin aus dem Strietwald bleibt in dieser frühen Stunde mit ihrer Zeit von 2:27,74 Minuten eine gute Sekunde über ihrem vor kurzem aufgestellten Clubrekord. Als Zehnte im dichten Feld der 14 qualifizierten Teilnehmerinnen erreicht sie jedoch den angepeilten Top-Ten-Platz. Anna Reibenspiess greift um die Mittagszeit in die Zeitläufe über 800 m Freistil ein. Mit 9:26,06 Minuten bleibt die amtierende Bayerische Jahrgangsmeisterin auf dieser Strecke als insgesamt Siebte deutlich über ihrer Meldezeit. Das Trio auf den Podestplätzen unterbietet glatt die Neunminutenmarke.

Für einen Stimmungswandel sorgt Nika Steigerwald (Jg. 2006), die in der ersten Disziplin des Mehrkampfes über sich hinauswächst. Sie beginnt das Rennen über 400 m Freistil rasant und unterbietet mit ihren Zwischenzeiten bei 100 (1:07,73) und 200 m (2:24,00 !) deutlich ihre Hausmarken. Diesem hohen Anfangstempo muss sie auf der zweiten Hälfte Tribut zollen, unterbietet jedoch mit 5:00,31 Minuten ihre bisherige Hausmarke um über vier Sekunden. Alexander Gening, ihr gleichaltriger Trainingsgefährte, geht die gleiche Distanz dagegen verhalten an, kommt nicht ins Rollen und bleibt mit 5:01,56 Minuten um über fünf Sekunden hinter seiner Hausmarke zurück.

2. Tag:

400 m Lagen, Vorläufe für Cäcilia Bausback und Anna Reibenspiess: Anna unterbietet mit 5:07,36 Minuten ihren Clubrekord um eine gute Sekunde und qualifiziert sich als Dritte ihres Jahrgangs fürs Finale der besten Acht. Für Cäcilia, Vierte der »Bayerischen« mit 5:24,49 Minuten (Platz 25/29 Starterinnen), steht noch der Sprint über 50 m Schmetterling auf dem Plan. Gegen die überaus leistungsstarke Konkurrenz im Jahrgang 2003 bleibt ihr nach 30,60 Sekunden nur der 38. Platz.

Am Nachmittag steht mit dem Beinschlagschwimmen eine ungeliebte Pflichtübung für die beiden Youngster auf dem Programm. Alexander Gening macht mit einer Steigerung um mehr als drei Sekunden und Platz vier viel verlorenen Boden wieder gut, denn bei der Wertung des Beinschlagschwimmens wirken sich schon geringe Zeitunterschiede unverhältnismäßig hoch auf die Punktzahlen aus. Nika bleibt zwei Hundertstelsekunden über ihrer Bestmarke und bleibt in Tuchfühlung zur Spitze. Die kurz darauf folgende Spezialdisziplin, 100 m Brust, rückt die beiden SSKC-Youngsters ins Rampenlicht. Nika wird in einem hochdramatischen Rennen in 1:18,74 (neuer Clubrekord!) Erste, Alexander Gening mit einer tollen Steigerung auf 1:21,03 überraschend Zweiter. Beide rücken damit nahe an die Podestplätze heran.

Wie bereits aktuell berichtet, schlug am späten Nachmittag die Stunde der Anna Reibenspiess, die im Finale über 400 m Lagen mit neuem Clubrekord (5:03,86!) zu Bronze schwamm.

3. Tag:

Anna Reibenspiess schlüpft als Achte der Vorläufe über 200F (2:10,35) mit einer Hundertstelsekunde Vorsprung gerade noch ins Finale. Dort reichen 2:10,74 allerdings zu keiner besseren Platzierung. Dazwischen fallen über 200 m Brust die Vorentscheidungen im Mehrkampf. Hannah Weiand (SG Essen), die zuvor wichtige Punkte hatte liegen lassen, gewinnt dieses Rennen in hervorragenden 2:48,96 Minuten vor Nika Steigerwald, die mit 2:49,68 Minuten (bisher 2:54,12) ihren zweiten Clubrekord landet. Da die Konkurrenz erst mit einigem Abstand ins Ziel kam, meldeten die beiden Siegerinnen ernsthafte Ansprüche aufs Podest an.
Alexander Gening erreicht mit neuer Hausmarke (2:54,71) Rang vier und belegte diese Platzierung auch in der Zwischenwertung.

4. Tag:

Wieder ist Delfin Cäcilia Bausback als Erste dran, diesmal über 100 Meter: 1:07,88 bedeuten den 15. Rang. Mit 2:25,50 Minuten zieht Anna Reibenspiess als Siebte über 200 m Lagen in ein weiteres Finale ein. Dort schwimmt sie mit 2:24,00 Minuten neuen Clubrekord und erreicht mit nur einer Hundertstelsekunde Rückstand auf die Berlinerin Marlene Sandberg den sechsten Rang. Zwischen den beiden Lagenrennen nimmt sie die 1500 m Freistil in Angriff, gewinnt ihren Zeitlauf in 18:08,36 Minuten. Damit steigert sie um knapp zwei Sekunden ihren eigenen Kreisrekord und wird in der Endabrechnung sehr gute Fünfte.

Danach fällt die Entscheidung im Mehrkampf, wo die Vielseitigkeitsprüfung, 200 m Lagenschwimmen, auf dem Plan steht und die Punktabstände zwischen den Kontrahenten teilweise sehr eng sind. Bei den Mädels siegt auch hier die Essenerin Weiand in 2:35,06 Minuten (538 Punkte), die damit in der engen Spitzengruppe nicht über einen sechsten Platz hinauskommt.

Nika Steigerwald erzielt mit neuer Hausmarke (2:38,22) 506 Zähler, steigert sich im Mehrkampf um 129 Punkte und erreicht mit stolzen 2799 Punkten den Silberrang hinter der Berlinerin Helena Rabea Cron (2867), deren Vorsprung überwiegend aus der Beinschlagwertung (864 Punkte!) resultiert. Alexander Gening ließ als Fünfter (2:38,62 – neue Bestzeit) nichts mehr anbrennen und verteidigte mit einer Steigerung um 116 auf 1983 Punkte den kaum für möglich gehaltenen vierten Rang. Überlegener Sieger wurde der Saarländer Michael Raje (2345), vor Til Otto Wrede (SC Magdeburg – 2114) und dem bayerischen Mehrkampfsieger Robin Lienhard (SV Augsburg – 2031).

5. Tag:

400 m Freistil für Anna Reibenspiess: Mit 4:35,57 Minuten im Vorlauf und Rang sieben gelingt ihr eine weitere Finalteilnahme; doch im Endlauf ist keine Steigerung mehr möglich (4:36,52 – Platz acht). Die Anstrengungen der vorigen Tage zeigen Wirkung.

HEINZ GRASMANN


Poseidonen »mit Vieren« nach Berlin

Deutsche Jahrgangsmeisterschaften von Dienstag bis Samstag mit Anna Reibenspiess, Cäcilia Bausback, Nika Steigerwald und Alexander Gening

Mit vier Ju­gend­li­chen ist der SSKC Po­s­ei­don Aschaf­fen­burg in die­ser Wo­che bei den deut­schen Ju­gend­meis­ter­schaf­ten in Ber­lin ver­t­re­ten.
Eine solche Beteiligung schafften die Poseidonen laut Coach Tom Ehrhardt, aus dessen Team Anna Reibenspiess, Cäcilia Bausback, Nika Steigerwald und Alexander Gening die hohen Hürden der Qualifikation meisterten, noch nie.

Bei den am Dienstag beginnenden und am Samstag endenden Titelkämpfen bestreitet Anna Reibenspiess ein von acht auf sechs Rennen reduziertes Programm, mit Konzentration auf die mittleren und langen Freistilstrecken sowie das Lagenschwimmen.

Beim Erreichen der Finalläufe, und damit ist bei ihrem Können durchaus zu rechnen, können gut und gern 4000 und mehr Wettkampfmeter mit gleichwertiger Konkurrenz zusammenkommen.

Wie eng die Rennen in Berlin besetzt sind, zeigt ein Beispiel aus Cäcilia Bausbacks Programm, die sich für 400 m Lagen und die drei Schmetterlingsdistanzen qualifizieren konnte. Im siebten von insgesamt 16 Zeitläufen über 50 m Schmetterling startet sie aufgrund ihrer Meldezeit (30,13 Sekunden) auf Bahn eins. Die Schnellste im Zehnerfeld (Bahnen 0 bis 9), die Ingolstädterin Larissa Heinemann (30,04 Sekunden) und die auf Bahn neun schwimmende Gladbeckerin Nora Mion (30,21) trennen gerade mal 17 (!) Hundertstelsekunden.

Nika Steigerwald und Alexander Gening (beide Jahrgang 2006) geben mit der Teilnahme am Schwimmerischen Mehrkampf (Schwerpunkt Brustschwimmen) ihr Debüt auf Bundesebene. Beide erzielten ihre bisherigen Bestleistungen in dem aus fünf Disziplinen bestehenden Wettbewerb bei den »Bayerischen« in Bayreuth. Dort gewann die Athletin aus Haibach mit 2670 Punkten überlegen Gold, ihr Vereinskamerad mit 1867 Zählern Silber. Nach der Teilnahme an der »Süddeutschen« in Erlangen, wo Nika Steigerwald Rang zwei und Alexander Gening trotz einer Nullwertung (Disqualifikation beim Lagenschwimmen) noch Platz acht belegte, bestreitet das Duo nun in der Bundeshauptstadt bereits seinen dritten Mehrkampf.

Der kampfstarken Bayernkader-Schwimmerin ist im direkten Vergleich mit der gleichaltrigen Konkurrenz bei optimalem Verlauf durchaus zuzutrauen, in den Kampf um die Medaillen einzugreifen. Ihr Vereinskamerad will die Scharte von Erlangen auswetzen und strebt eine gute Top-Ten-Platzierung an.

Hintergrund: Schwimmerischer Mehrkampf

Im Rahmen der deutschen Jahrgangsmeisterschaften im Schwimmen werden für die Mädchen (Jahrgang 2006) und Jungen (Jahrgänge 2005 und 2006) die Sieger des aus fünf Disziplinen bestehenden Mehrkampfes ermittelt.
Wie wird dabei verfahren?
Qualifikation: Teilnahmeberechtigt sind nur Sportlerinnen und Sportler, die bis Ende April in der aktuellen Jahrgangs-Bestenliste des DSV im 200 m-Lagenschwimmen einen Platz unter den 60 Besten ihres Jahrgangs erreicht haben.
Einteilung und Programm: Der Mehrkampf besteht aus fünf Teilen. Alle Teilnehmer bestreiten die Disziplinen 400 m Freistil und 200 m Lagen gemeinsam. Getrennt nach den Schwimmarten Schmetterling, Rücken, Brust und Kraul messen die Spezialisten ihre Kräfte über 100 und 200 Meter sowie 50 m Beinschlagschwimmen.
Wertung: Die Leistungen in den fünf Disziplinen werden nach der Punktetabelle bewertet und addiert. Die Gesamtpunktzahlen entscheiden über die Rangfolge. Die drei Punktbesten in jeder Schwimmart erhalten Medaillen.

2018-06-13T11:44:36+00:00