Meeuw-Cup in Wiesbaden

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Meeuw-Cup in Wiesbaden

Junge Poseidonen preschen in Wiesbaden nach vorne

Nika Steigerwald und Anna Reibenspiess zeigen sich in Rekordlaune. Das 15-köpfige Aufgebot überzeugt mit vielen neuen Hausmarken auf der Kurzbahn.

Sehr gut vor­be­rei­tet und äu­ßerst kon­zen­triert star­te­ten die Schwim­mer des SSKC Po­s­ei­don Aschaf­fen­burg beim stark be­setz­ten 2. Mee­uw-Cup des SC Wies­ba­den. Bei ih­rem drit­ten Herbst­test auf der Kurz­bahn konn­ten die Schütz­lin­ge von Tom Ehr­hardt er­neut tüch­tig zu­le­gen und der Kon­kur­renz aus 28 Ve­r­ei­nen er­folg­reich Pa­ro­li bie­ten. Wichtiger als die Vereinswertung waren den bayerischen Gästen jedoch neue Hausmarken und das Erreichen von Normen für die anstehenden bayerischen Kurzbahnmeisterschaften.

Die ersten Punkte für die Poseidonen sicherte Anna Reibenspiess (Jg. 2002), die bereits am Freitag, dem Tag der langen Strecken, die 800 m Freistil bestritt und hinter der Gladbeckerin Antonia Stenbrock (Jg. 2000 – 8:54,95 Min.) Rang zwei belegte. Mit erneut sehr guten 9:11,76 Minuten kam sie bis auf 25 Hundertstel an ihren erst vor drei Wochen aufgestellten Kreisrekord heran.

Echte Knaller mit bayerischem Rekord

Gleich im ersten Rennen am Samstag, 100 m Schmetterling Vorläufe, setzte sie mit einem zweiten Platz in ihrem Jahrgang die Punktejagd erfolgreich fort. In neuer persönlicher Bestzeit (1:05,89 Min.) erreichte sie als Fünfte das Finale. Ihre ein Jahr jüngere Trainingsgefährtin Cäcilia Bausback (1:08,44) verpasste den Endlauf nur knapp, holte sich jedoch den Jahrgangssieg und damit vier Zähler für ihr Team.

Für echte Knaller sorgten dann die jungen Brustspezialisten auf der 100 m-Distanz. Nika Steigerwald steigerte ihre Hausmarke um über drei Sekunden auf sensationelle 1:15,34 Minuten. Damit verbesserte die Zwölfjährige (!) den 23 Jahre alten Vereinsrekord Ina Kwiezinskis, den diese 1995 auf damals überragende 1:17,62 Minuten gesteigert hatte. Doch damit nicht genug. Auch Amelie Zachenhuber ist ihren bayerischen Altersklassenrekord (1:15,47 Min.) los, den die Münchner Nationalkader-Schwimmerin seit 2016 in Besitz hatte – echte Maßarbeit!

Ins Hintertreffen geraten wäre da fast der zweite Platz von Franka Timm, die sich gar um über fünf Sekunden steigerte, ihre Hausmarke auf feine 1:23,19 Minuten verbesserte und für einen Doppelsieg sorgte.

Angestachelt von den Mädels wuchs auch der gleichaltrige Alexander Gening über sich hinaus, dessen bisherige Bestmarke bei 1:21,03 Minuten lag. Im direkten Vergleich mit älterer Konkurrenz schlug er in seinem Lauf in ausgezeichneten 1:16,84 Minuten als Erster an. Als Sieger im Jahrgang hatte er stattliche sechs Sekunden Vorsprung vor seinen Konkurrenten.

Anna Reibenspiess nahm als einzige SSKC-Starterin das Rennen über 200 m Freistil auf. Dank ihrer super Technik ließ sie dem 100 m-Split (1:02,26 Min.) auf der zweiten Streckenhälfte flotte 1:04,53 Minuten folgen und verbesserte ihren Kreisrekord aus dem vergangenen Jahr auf 2:06,79 Minuten. Bei ihren männlichen Kameraden überzeugte ein weiteres Mal Alexander Gening. Mit feinen 2:16,35 Minuten unterbot er als Dritter seines Jahrgangs erstmals die 2:20-Minutengrenze.

Rennen des Tages: 100 m Lagen der jungen Damen

Über 100 m Lagen waren es erneut die jungen Damen, die ordentlich Punkte sammelten. Jule Weindel (Jg. 2004) und Nika Steigerwald trafen im direkten Vergleich aufeinander und lieferten sich das Rennen des Tages. Beide steigerten sich gewaltig und holten sich Gold in ihren Altersklassen. Nika (1:10,15) hatte am Ende knapp die Nase vorn (Jule: 1:10,35). Cäcilia Bausback als Siegerin im Jahrgang 2003 (1:11,58 Min.) und die in die Erfolgsspur zurückgekehrte Fabienne Krüger (2. im Jg. 2002 in 1:10,72 Min.) kamen trotz neuer Hausmarken nicht ganz an die Top-Leistungen der beiden Jüngeren heran. Die beste Platzierung der Männer schaffte Liam Tanner (1:07,04 Min.) mit Rang sechs in der Juniorenwertung. Der 17-jährige Gymnasiast vertrat die Poseidonen auch über 400 m Freistil. In dieser Disziplin empfahl er sich für Ehrhardts dezimiertes DMS-Männer-Team und wurde mit einer Steigerung um zwölf Sekunden auf 4:25,85 Minuten Dritter bei den Junioren.

Das dritte Gold

In der gleichen Disziplin sicherte sich Cäcilia Bausback (4:44,56 Min.) ihr drittes Gold, Juniorin Anna Reibenspiess (4:30,21 Min.) als Zweite hinter der Gladbeckerin Quarrato (4:27,55) eine weitere Silbermedaille.

Eine gute Stunde zuvor hatte Anna Reibenspiess das Finale der sechs besten Delphinschwimmerinnen über 100 Meter bestritten und Rang drei erkämpft. Mit 1:04,93 Minuten brach sie da den Vereinsrekord von Helena Kösterke, den diese 2005 (1:05,70 Min.) aufgestellt hatte. Am Ende des Rennens lag sie nur zwei Hundertstel hinter dem Silberrang. Der Sieg ging an die Aalenerin Morassi (1:03,17).

Im zweiten Finale des Nachmittags, 100m Brust, stand erneut Nika Steigerwald im Blickpunkt. Die Zwölfjährige und mit Abstand Jüngste im Rennen bestätigte mit 1:16,30 Minuten ihre tolle Leistung vom Vormittag und sicherte sich hinter Samira Erhart (SC Wiesbaden, Jg. 1999 – 1:13,32) und Marlene Gross (SV Mannheim, Jg. 1998 – 1:15,16) Bronze.

Auch am zweiten Tag ließen die Poseidonen nichts anbrennen. In den Vorläufen über 100 m Freistil erwies sich Anna Reibenspiess als schnellste der Vorläufe (0:59,83) und holte sich später mit einer Körperlänge Vorsprung und neuer persönlicher Bestzeit (0:58,95) auch den Sieg im Finale. Durch zwei weitere Tagesbestleistungen, 200B (2:44,72) und 200L (2:23,39), brachte sie es an den drei Tagen in Wiesbaden auf insgesamt fünf Gold-, drei Silber- und eine Bronzemedaille!

Im Punktesammeln wurde sie durch mehrere Podestplätze ihrer Teamgefährtinnen tatkräftig unterstützt. So überraschte Franka Timm (Jg. 2006) mit einer Steigerung um 17 (!) Sekunden auf feine 3:00,53 Minuten und ihrem Sieg über 200 m Brust. Mia-Sophie Sauer (100R: 1:14,39!) und Nika Steigerwald (100F: 1:03,99 und 200L: 2:33,88!), die zuletzt wegen Krankheit passen mussten, setzten sich in ihren Jahrgängen an die Spitze.

Alexander Gening zuverlässig

Den männlichen Part erledigte erneut zuverlässig und mit neuen Hausmarken Alexander Gening. Nach je einem zweiten (100R in 1:12,88) und dritten Platz (100F in 1:02,73) absolvierte der Zwölfjährige erstmals die gefürchtete 200S und unterbot als Sieger in beachtlichen 2:53,98 Minuten deutlich die Drei-Minuten-Marke.

Einen Beweis für die gute Verfassung der Ehrhardt-Truppe lieferten im abschließenden 200m-Lagenschwimmen auch die dritten Plätze durch Fabienne Krüger (2:30,98!), Katharina Reibenspiess (2:39,44) und erneut Franka Timm (2:46,66).

2018-11-14T13:08:48+00:00