Bayerische Jahrgangsmeisterschaften in Würzburg

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Bayerische Jahrgangsmeisterschaften in Würzburg

Flotte Poseidonen holen 28 Medaillen: Gold und Bayerntitel bei den Jahrgangsmeisterschaften in Würzburg

Für ei­nen übe­r­aus er­folg­rei­chen Sai­son­ab­schluss sorg­ten die Schwim­mer des SSKC Po­s­ei­don Aschaf­fen­burg am Wo­che­n­en­de bei den baye­ri­schen Jahr­gangs­meis­ter­schaf­ten in Würz­burg, bei de­nen 78 Ve­r­ei­ne des Frei­staa­tes um Sieg und Ti­tel kämpf­ten.

Mit 28 Podestplätzen – neun Meistertiteln, neunmal Silber und zehnmal Bronze – sowie Rang neun in der Vereinswertung konnte das starke, 18-köpfige Team das sensationelle Ergebnis des letzten Jahres wiederholen.

Zweimal Silber zum Auftakt

Sieben Akteure reisten bereits am Freitag zum Start über 400 m Freistil an. Cäcilia Bausback (Jg. 2003) schwamm mit neuer Hausmarke (4:43,84 Min.) auf Rang fünf, ehe Anna Reibenspiess (Jg. 2002) zum wiederholten Male im Jahrgangsduell auf Annalena Wagner, die Top-Athletin der SG Mittelfranken, traf. Die Teilnehmerin an den vor zwei Wochen in Kazan ausgetragenen Jugend-EM übernahm auf der zweiten Bahn das Kommando, baute ihre Führung stetig aus und steigerte sich bei ihrem klaren Sieg auf ausgezeichnete 4:25,47 Minuten. Anna Reibenspiess (4:30,55) verfehlte ihren im Mai aufgestellten Kreisrekord (4:28,63) nur knapp und holte sich ihr erstes Silber. Ihre gleichaltrige Vereinskameradin »Biene« Krüger (4:57,07) unterbot erneut die Fünfminutenmarke und wurde Sechste.

Zu einem weiteren Dauerduell kam es bei den Jungs zwischen den beiden 13-Jährigen, Robin Lienhart (SV Augsburg) und dem Aschaffenburger Alexander Gening. Der bärenstarke Schwabe (Bestzeit: 4:25,56!) erwies sich erneut als der Stärkere und holte sich souverän den Titel in 4:32,88 Minuten. Gening bewies im ersten seiner insgesamt neun Einätze seine hervorragende Form und schwamm in neuer persönlicher Bestzeit (4:35,05 Min.!) auf Rang zwei zur ersten seiner insgesamt neun (!) Medaillen. In dem mit 21 Startern zahlenmäßig am stärksten besetzen Jahrgang 2008 bewies ein Poseidontrio, dass es trotz Vorbereitung in kleineren Becken auch auf der Langbahn enorme Ausdauerleistungen vollbringen kann: David Billert (5. in 5:07,62), Leon Finnegan (18. in 5:30,31) und Arthur Geis (19. in 5:31,09 – persönliche Bestleistung!).

Der Samstagvormittag begann mit den Sprints über 50 m Brust. Nika Steigerwald (Jg. 2006), die bereits mehrere bayerische Altersklasserekorde auf dieser Distanz hält, griff nun ins Geschehen ein, wurde ihrer Favoritenrolle gerecht und holte sich den Titel in 35,43 Sekunden. Franka Timm (37,77) erreichte unter 13 Starterinnen einen beachtlichen sechsten Rang, ehe Debütantin Hannah Ludwig (Jg. 2004) für die erste große Überraschung der Poseidonen sorgte. Die Jugendliche aus dem Strietwald steigerte sich, auf der ungünstigen Außenbahn schwimmend, erneut (36,54) und löste mit ihrem vierten Rang Jubel aus. Ihre beiden besser eingeschätzten Konkurrentinnen aus Würzburg, Carmen Dorfner (37,46) und Olivia Lang (38,36) ließ sie dabei klar hinter sich. Im Jahrgang 2006 der Jungs setzte sich einmal mehr der Augsburger Lienhart (33,57) durch, Alexander Gening schnappte sich in 34,62 Sekunden Bronze – hauchdünn vor dem Münchner Nate Holmes (34,69).

Über 200 m Schmetterling bleibt der Startblock von Cäcilia Bausback leer. Eine scheinbar harmlose Verletzung am Fuß – zugezogen vor drei Wochen bei der Freiwasser-DM – hat unerwartete Spätfolgen. Sie muss ins Klinikum, wird operiert und die sichere Gelegenheit, den Titel in ihrer Spezialdisziplin zum dritten Mal hintereinander zu gewinnen, ist dahin. Inzwischen ist sie wieder wohlauf.

Triple geschafft

Was dem Pechvogel aus Strietwald versagt blieb, schaffte Anna Reibenspiess, das Triple. Mit Maßarbeit (2:29,99 Min.) blieb sie als einzige der zahlenmäßig am schwächsten besetzten Disziplin (zu scharfe Normen?) unter 2:30. Bei den Jungs des Jahrgangs 2008 erfüllte David Billert die in ihn gesetzten Erwartungen vollauf und erreichte mit neuer Hausmarke (2:46,83) Silber in diesem schwierigen Wettbewerb. Über 100R bewies Alexander Gening (neue Hausmarke: 1:09,07) bei seinem zweiten Silberrang auch in dieser Lage seine Vielseitigkeit. Arthur Geis (Jg. 2008), der seine fünf Rennen alle mit persönlichen Bestmarken beendete, schaffte mit Rang sechs in 1:21,76 Minuten seine beste Platzierung. Im 200m-Lagenschwimmen verpasste Nika Steigerwald (2:35,51) in einem abwechslungsreichen Rennen mit dem »undankbaren vierten Platz« knapp das Podest, Franka Timm (2:42,57) folgte auf Rang sieben. Dann schlugen die Poseidonen zweimal zu: Anna Reibenspiess wendete bei Halbzeit nahezu gleichzeitig mit Annalena Wagner, spielte ihre besseren Karten im Brustschwimmen aus und holte sich den Titel in 2:25,26 Minuten. Fast noch höher zu bewerten ist der anschließende Sieg Alexander Genings. Ihm gelang es in hervorragenden 2:23,42 Minuten erstmals, seinen Dauerkonkurrenten, den Vorjahressieger Lienhart (2:25,17), zu bezwingen, den er ausgerechnet in dessen Stärke auf der Bruststrecke abkochte. Kurz zuvor hatten auch die beiden Elfjährigen, David Billert (3. in 2:44,12 – neue Hausmarke!) und Leon Finnegan (6. in 2:50,04) ihre Vielseitigkeit bewiesen.

Die Jagd nach Titeln und Medaillen wurde am Nachmittag erfolgreich fortgesetzt. Nika Steigerwald verteidigte über 200 m Brust in 2:50,83 Minuten ihren in Nürnberg erstmals errungenen Titel. Dabei überließ sie die Führung zunächst der Konkurrenz, der sie mit einer starken zweiten Hälfte das Nachsehen gab. Franka Timm eroberte sich mit einer Steigerung auf 2:55,27 Minuten einen nicht erwarteten 4. Platz. Noch unerwarteter kam der Bronzerang für Hannah Ludwig, die sich erst auf den letzten Drücker für 200B qualifiziert hatte und den Kampf um Rang drei gegen Daniela Ernst (TSV Hohenbrunn-Riemerling – 2:58,81) für sich entschied. Mit einer Steigerung auf 3:08,27 Minuten schaffte auch Leon Finnegan als Dritter den Sprung aufs Stockerl, bevor Alexander Gening (2:40,16) mit einem enormen Siegeswillen erneut Titelverteidiger Lienhart (2:43,22) deutlich das Nachsehen gab. Trotz starker Leistungen gab es über 100F für die Schwimmerinnen des SSKC kein Edelmetall. Für dieses sorgten dann David Billert mit Silber in 1:05,81 (neue Hausmarke!) und Alexander Gening mit Bronze in 1:00,88 Minuten.

Den 4. Abschnitt eröffneten im Kraulsprint Nika Steigerwald mit Bronze in 28,72 Sekunden und Franka Timm mit einem weiteren Topergebnis (5. in 29,23). Als Dritte über 200R musste sich Anna Reibenspiess (2:29,36) den beiden Spezialistinnen Annalena Wagner (2:22,97) und Nele Weinfurtner (SC Regensburg – 2:27,98) beugen, bevor Alexander Gening seine Serie mit Silber in neuer Bestzeit (2:26,23) fortsetzte. In der Entscheidung über 100S überließ Anna Reibenspiess die Führung im Sechserfeld zunächst der Konkurrenz, um im zweiten Abschnitt den Turbo zu zünden und sich ihren dritten Titel in feinen 1:05,92 Minuten zu holen. Einen neuen Rekordhalter auf BSV-Ebene besitzt der SSKC Poseidon seit Sonntag in David Billert. Der junge Sommerkahler bewältigte die 100S in hervorragenden 1:13,12 Minuten und besiegte dabei knapp seinen Bezwinger auf der doppelten Distanz, den Regensburger Jan Krause (1:13,69), sowie seine Kaderkollegen Noah Heinlein (SSG Coburg – 1:15,91) und Luis Lengfellner (SC Regensburg – 1:17,63). Den bisherigen AK-Rekord für 13-Jährige besaß Gregor Bechold vom TSV Hohenbrunn-Riemerling mit 1:13,79 Minuten, aufgestellt bei der BJM 2017 in Regensburg.

Start-Ziel-Sieg

Mit einer starken Leistung, ihrem dritten Titel in Würzburg und ihrem vorläufig letzten Start für den SSKC Poseidon Aschaffenburg verabschiedete sich Nika Steigerwald, die demnächst zur SG Frankfurt wechseln wird. Über 100B feierte die junge Top-Athletin in 1:16,89 Minuten einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg. Die Zweite im Rennen, die Augsburgerin Nele Stürmer lag am Ende über vier Sekunden zurück. Franka Timm (1:21,23!) erreichte ein weiteres Mal Rang vier. Den Medaillensatz für die Poseidonen über 100B komplettierten Alexander Gening (2. in 1:14,83) und Leon Finnegan (3. in 1:28,15), beide mit neuen Hausmarken. Ihre gute Verfassung bewiesen die Ehrhardt-Schützlinge auch im letzten Einzelrennrennen. Über 200F feierten Anna Reibenspiess (2:10,82) und David Billert (2:24,82) ihre Silberränge, während Alexander Gening seinen bereits acht errungenen Medaillen noch eine in Bronze hinzufügte.

Chantal Münch (Jg. 2001 – TSG Kleinostheim) kehrte nach nur kurzer Vorbereitungszeit ins Wettkampfgeschehen zurück. In ihrer Spezialdisziplin, dem Sprint über 50 m Rücken kam sie mit sehr guten 33,07 Sekunden nahe an ihre Hausmarke heran und verpasste als Vierte nur knapp das Podest.

Heinz Grasmann

Poseidonen entsenden Großaufgebot: 22 Athleten vom Untermain bei den bayerischen Jahrgangsmeisterschaften

Zwei Wo­chen nach den un­ter­frän­ki­schen Ti­tel­kämp­fen steht das Wolf­gang-Ada­mi-Bad in Würz­burg er­neut im Blick­punkt der Un­ter­main-Schwim­mer, die nach ei­ner lan­gen Sai­son bei den baye­ri­schen Jahr­gangs­meis­ter­schaf­ten (Jg.2000 bis 2009) noch einmal Höchstleistungen erreichen müssen, um gegen die starke Konkurrenz aus 78 Vereinen erfolgreich zu sein. Trotz der hohen Qualifikationshürden sind für die 28 Entscheidungen 539 Sportler mit 2176 Starts gemeldet.

Ein Großaufgebot entsendet der SSKC Poseidon Aschaffenburg, der in nahezu in allen Jahrgängen vertreten ist und dessen 18 Athleten insgesamt 94 Starts absolvieren werden. Darunter befinden sich mit Anna Reibenspiess, Nika Steigerwald, Cäcilia Bausback, David Billert und Leon Finnegan auch fünf Akteure, die ihre im Vorjahr in Nürnberg errungenen Titel verteidigen wollen.

Mission Titelverteidigung

Keine leichte Aufgabe: Gleich fünf an der Zahl sind es für Anna Reibenspiess (2002), die nach ihrem Knalltrauma wieder ins Wettkampfgeschehen eingreifen kann. Nika Steigerwald (Jg. 2006) tritt als Titelverteidigerin und klare Favoritin über 100 und 200 m Brust an. Darüber hinaus kann sie als 13-Jährige erstmals die Sprintstrecke bestreiten und hat damit die Chance auf dreimal Gold. Achtmal ins Geschehen eingreifen wird Cäcilia Bausback (2003), unter anderem mit der Chance zum dritten Mal in Folge den Titel über 200 m Schmetterling zu erringen.

Trotz enormer Steigerungsraten erwarten David Billert und Leon Finnegan (beide 2008) schwierigere Aufgaben, denn die Konkurrenten – nicht nur aus den Großvereinen – werden ebenfalls hervorragend ausgebildet. Podestplätze wären für die beiden schon als Erfolg zu werten.

Etliche Debütanten

Neben den bereits auf Landesebene erfahrenen Akteuren Philipp Walter, Anika Heinz und Jule Weindel schickt der SSKC mit Bastian Hock, Lissy Konrad (beide 2009), Arthur Geis (2008), Lea Becker, Mia-Sophie Sauer, Nicole Peters (alle 2005) und Hannah Ludwig (2004) auch sieben Debütanten in die Rennen, eine beachtliche Zahl.

Erstmals dabei ist auch Julia Ziegler (2006), einzige Starterin der SG Elsenfeld/Kleinwallstadt. Die 13-Jährige erwies sich zuletzt als sehr gute Sprinterin und erreichte die Normen über 50 S und 50 F. Die gleichen Disziplinen darf auch Francis Hartl (TSG Kleinostheim) bestreiten, während sein Vereinskamerad Tim Krenz als Brustspezialist über 50 und 100 m startet.

Nach den Wochen der Abiturprüfungen meldet sich auch Chantal Münch (TSG Kleinostheim) wieder im Becken zurück. Mit ihren im Winter gezeigten Leistungen hätte sie im Sprint über 50 R gute Chancen auf einen Podestplatz.

hgr

2019-08-14T00:53:26+00:00