Mee­uw-Cup in Wiesbaden

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Mee­uw-Cup in Wiesbaden

Poseidons Jugendliche trumpfen mit tollen Zeiten in Wiesbaden auf: Alexander Gening bricht BSV-Jahrgangsrekord

Auf erst­klas­si­ge Kon­kur­renz tra­fen die Schwim­mer des SSKC Po­s­ei­don Aschaf­fen­burg beim 3. Mee­uw-Cup des SC Wies­ba­den. Über 600 Teilnehmer aus 44 Vereinen, darunter starke Jugendteams aus Spanien, Ungarn, Bulgarien, Russland und Luxemburg, waren in die hessische Landeshauptstadt gekommen, um ihre Kräfte mit zahlreich erschienenen Kaderschwimmern aus bundesdeutschen Topclubs zu messen.

Poseidon-Coach Tom Ehrhardt verzichtete zugunsten der kürzeren Strecken auf Starts seiner Schützlinge am Freitag (lange Strecken) und sollte mit dieser Entscheidung richtig liegen. Die jungen Akteure gingen konzentriert zur Sache, schafften mit neuen Hausmarken teilweise Riesensprünge und nahmen am Ende 28 Medaillen mit nach Hause: je zwölfmal Gold und Silber sowie viermal Bronze.

Auftakt nach Maß

Trotz der frühen Stunde – Beginn der Wettkämpfe war bereits um 8.30 Uhr! – sorgten die Delphinschwimmer aus Aschaffenburg für einen Auftakt nach Maß. Besonders motivierend der erste Start durch Lena Ludwig (Jg. 2007) über 100: In ihrer sportlichen Entwicklung durch mehrere übers Jahr verteilte Verletzungen zurückgeworfen, deutet die Zwölfjährige mit einer Steigerung ihrer Hausmarke um sieben Sekunden auf feine 1:22,14 Minuten an, dass ihr die Zukunft gehört. Ebenfalls mit neuen persönlichen Bestmarken empfehlen sich anschließend auch Lea Becker (1:16,33), Mia Sophie Sauer (beide Jg. 2005 – 1:15,77), Franka Timm (Jg. 2006 – 1:15,42) und Carlotta Fröhlich (2004 – 1:13,53). Letztere verpasste als Vierte nur knapp einen Podestplatz. Diesen schaffte schließlich Anna Reibenspiess als Dritte der Juniorenwertung. Mit 1:04,48 Minuten rutschte die 17-Jährige gerade noch ins Finale, wo sie diese Zeit um zwölf Hundertstel unterbot, über den sechsten Platz jedoch nicht hinauskam.

Billert holt erstes Gold

Für Gold und Silber sorgten darauf die jungen Männer. David Billert (Jg. 2008) stand aufgrund seiner Meldezeit (1:13,12 Minuten) – das ist sein persönlicher Rekord – im direkten Vergleich mit älteren Konkurrenten, die ihn um Haupteslängen überragten. Da ging die Lockerheit des elfjährigen Gymnasiasten vom HSG etwas verloren, doch die erzielten 1:14,34 Minuten bedeuteten für ihn Jahrgangssieg und Gold mit gut zwei Sekunden Vorsprung auf Carl Monceyron (SV Gelnhausen – 1:16,83). Silber sicherte sich Alexander Gening (Jg. 2006), der seine Marke um zwei Sekunden auf prächtige 1:07,07 Minuten verbesserte.

Noch besser in Szene setzten sich die vielseitigen Poseidonen im Brustschwimmen über 100 und 200 Meter. Mit acht (!) Podestplätzen – je zwei für Lena Ludwig, Franka Timm (beide je 1 Gold/1 Silber), David Billert und Alexander Gening (beide zweimal Gold) punkteten die jungen Athleten mit 28 Zählern ganz gewaltig für die Vereinswertung.

Nicht auf dem Podest, aber dennoch überglücklich war Fabienne Krüger. Sie hatte sich in Nürnberg im Finale über 100F bis auf sechs Hundertstel der Minutenmarke angenähert und unterbot nun in Wiesbaden mit 59,96 Sekunden erstmals diese Marke. Für das beste Sprintresultat und zugleich für die beste Punktleistung der Männer sorgte Alexander Hebeler. Der 17-jährige Dalberg-Gymnasiast steigerte sich über 50B auf tolle 31,39 Sekunde, die mit 520 Punkten bewertet werden.

Echte Höhepunkte

Dass die Ehrhardt-Schützlinge auch in Sachen Kondition gut aufgestellt sind, bewiesen sie auch und vor allem im letzten Abschnitt, in dem die anspruchsvollen Rennen über je 200 m Schmetterling und Lagen durchgeführt wurden. Beide wurden zu echten Höhepunkten.

Carlotta Fröhlich (Jg. 2004) unterbot als Zweite ihres Jahrgangs mit sehr beachtlichen 2:39,82 Minuten über 200S erstmals die 2:40-er Marke, ehe Cäcilia Bausback und Anna Reibenspiess im schnellsten Zeitlauf mit dem Ziel an den Start gingen, sich für die deutschen Kurzbahnmeisterschaften zu qualifizieren. Mit neuen Marken (Anna 2:23,00 – Vereinsrekord! – Cäcilia 2:23,98!!) dominierten sie die starke Juniorenklasse. Cäcilia Bausback, ein Jahr jünger, schaffte die Norm, Anna Reibenspiess fehlten 78 »Hundertstel«.

Die jüngeren Poseidonmädels nahmen die 200L in Angriff und verzeichneten auch hier Erfolge. Erneut glänzte Lena Ludwig. Sie steigerte ihre Marke um 13 (!) Sekunden auf nunmehr 2:43,48 Minuten und wurde Dritte. Silber sicherte sich Franka Timm, die mit sehr guten 2:34,77 Minuten ihre alte Bestzeit um neun Sekunden unterbot. Nahe an die Podestplätze heran schwammen ebenfalls mit persönlichen Bestzeiten die drei 14-jährigen Lea Becker (2:41,26), Mia-Sophie Sauer (2:43,79) und Nicole Peters (2:46,64).

Goldener Schlusspunkt

Den goldenen Schlusspunkt des Aschaffenburger Teams setzt Alexander Gening mit seinem vierten Sieg in hervorragenden 2:18,44 Minuten. Diese Zeit dürfte in den nächsten Tagen in den Rekordlisten des Bayerischen Schwimmverbandes auftauchen, denn dort steht seit 2015 der Würzburger Maximilian Dotzel (Jg. 2002) mit 2:18,60 Minuten zu Buche und – Gening war in Wiesbaden um 16 »Hundertstel« schneller.
Ehrhardts Resümee am Ende der Veranstaltung: »Das war eine Woche nach Nürnberg ein sehr guter Wettkampf für uns.«

Heinz Grasmann

2019-12-06T23:12:09+00:00