Starke internationale Konkurrenz beim Wettkampf in Mönchengladbach // Wiedersehen mit Ex-Coach Lotz
Für eine erste Standortbestimmung im neuen Jahr reisten vierzehn Schwimmer der ersten Wettkampf-Mannschaft des SSKC Poseidon Aschaffenburg am vergangenen Wochenende zum 9. Internationalen Langstreckenmeeting nach Mönchengladbach. Für die Schwimmer war dies ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu den schwimmerischen Highlights des Jahres, gerade hinsichtlich der Qualifikation für Bayerische, Süddeutsche und Deutsche Meisterschaften.
In NRW trafen die Poseidonen dabei auf starke Konkurrenz, neben Vertretern der niederländischen Nationalmannschaft sorgten vor allem Schwimmer aus Essen, Wuppertal, Düsseldorf und Köln für schnelle Zeiten im Wasser. Mit über 600 Teilnehmern war der Wettkampf auch in der Breite sehr gut besetzt.
„Es war für uns kein einfaches Wochenende,“ zieht Trainer Ivan Matteuzzi Bilanz. „Der Wettkampf fand in einer trainingsintensiven Phase statt, da wir uns aktuell mitten im Belastungsaufbau befinden und zudem erst vor kurzem aus den Winterferien zurückgekehrt sind.“ Dennoch gab es einige Highlights seiner Schwimmer zu vermelden, weshalb sich die lange Anreise nach Mönchengladbach gelohnt hat.
Besonders überzeugen konnte dabei Timo Bläs (Jahrgang 2009). Der siebzehn-jährige Kahler schwamm in fünf Rennen fünf neue Bestzeiten und zeigte sich damit in bestechender Form. Besonders schnell war er dabei im Rückenschwimmen, denn sowohl über 50m als auch 200m konnte er seine alte Hausmarke deutlich unterbieten.
In derselben Schwimmart setze auch sein ein-Jahr-jüngerer Teamkollege David Gening zwei dicke Ausrufezeichen. Mit schnellen Zeiten und deutlichen Steigerungen über 50m und 100m Rücken bewies er einmal mehr seine Vielseitigkeit – neben Top-Leistungen im Schmetterling- und Brustschwimmen ist also auch in der Rückenlage mit ihm zu rechnen.
Ein extra Lob von Coach Matteuzzi verdiente sich Hannah Schäffer (2008). Die Kleinostheimerin fühlt sich auf den „langen Strecken“ am wohlsten und überzeugte mit einer starken Leistung über 800m Freistil. Ihre alte Bestzeit konnte sie um elf Sekunden verbessern. Auch wenn sie bei ihren weiteren Starts über 200m und 400m Freistil etwas hinter ihren Hausmarken zurück blieb, war ihr Auftreten in Mönchengladbach ein Schritt in die richtige Richtung.
Eine Bestzeiten-Quote von makellosen 100% erreichte neben Timo Bläs auch Malo Morones-Spira (2007). Seine ohnehin schon flotte Bestzeit über 100m Rücken konnte er um eine weitere Sekunde drücken, mit einer tollen Zeit über 200m Lagen zeigte aber auch er seine Vielseitigkeit in allen vier Schwimmarten.
Ein positives Fazit ziehen konnte auch Lissy Konrad (2009), der über 100m Freistil und 200m Lagen jeweils eine neue Bestzeit gelang. Erwähnenswert auch ihr Abschneiden gegen die starke direkte Konkurrenz: Über 50m Schmetterling ließ sie alle Konkurrentinnen hinter sich – auch wenn sie ihre Bestzeit knapp verfehlte. Die starke Ausbeute wird komplettiert durch dreimal Platz zwei über 100m Schmetterling, 100m Freistil und 200m Lagen
Dass Trainer Matteuzzi trotz guter Ergebnisse noch viel Arbeit vor sich hat, hängt auch damit zusammen, dass das geforderte Niveau für die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften im Juni zugenommen hat. „Die neuen Qualifikationszeiten – insbesondere für die Jahrgänge 2008 und 2009 – stellen eine große Herausforderung dar. Im Vergleich zu den vergangenen Jahren liegt die Messlatte deutlich höher.“ Die Ziele bleiben dennoch ambitioniert, weshalb der Fokus in den kommenden Wochen und Monaten auf „noch gezielterer und intensiverer Trainingsarbeit“ liegt.
HINTERGRUND
Beim Wettkampf in Mönchengladbach kam es für einige Schwimmer zu einem besonderen Wiedersehen mit ihrer ehemaligen Trainerin Amelie Lotz. Die 29-jährige Dämmerin war nach ihrer aktiven Zeit in der Jugend viele Jahre als Trainerin beim SSKC Poseidon aktiv.
Bis zum vergangenen Sommer coachte sie mit der „L2“ die zweite Wettkampf-Mannschaft der Aschaffenburger und führte mit Philipp Veldkamp und Bedih Karcak erstmals Sportler aus der „zweiten Reihe“ zu den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften.
Vor einem halben Jahr entschied sich Lotz für einen Wechsel nach Wuppertal, wo sie seitdem als Coach der zweiten Wettkampf-Mannschaft fest angestellt ist und dem Trainerberuf in Vollzeit nachgehen kann. Ihr neuer Club, die SG Bayer, gehört zu den größten und erfolgreichsten Vereinen in Deutschland und verfügt als nordrhein-westfälischer Landesstützpunkt über hervorragende Trainingsbedingungen und sehr gute finanzielle Mittel.
SCHWIMMEN IN ZAHLEN
Timo Bläs (2009): 100F 0:59,27 (15./BZ); 50S 0:29,63 (18./BZ); 200R 2:25,57 (7./BZ); 50R 0:31,18 (12./BZ); 50F 0:27,18 (14./BZ); Linus Dietrich (2010): 50B 0:31,55 (2.); 100B 1:12,39 (6.); 50R 0:31,82 (13.); 50F 0:27,42 (16.); Leon Finnegan (2008): 50B 0:31,50 (4.); 50S 0:28,23 (9.); 100B 1:12,04 (5.); 50F 0:25,37 (5.); David Gening (2010): 100R 1:04,68 (6./BZ); 50S 0:28,20 (9.); 100S 1:03,80 (10.); 50R 0:30,21 (6./BZ); Bastian Hock (2009): 100F 0:58,74 (14./BZ); 50B 0:34,12 (14.); 100B 1:16,78 (16.); 50F 0:26,78 (11./BZ); Bedih Karcak (2010): 50B 0:36,16 (18./BZ); 50S 0:29,59 (17.); 100S 1:12,18 (16.); 50F 0:26,55 (9./BZ); Malo Morones-Spira (2007): 100F 0:59,09 (15./BZ); 100R 1:02,98 (4./BZ); 200L 2:26,38 (8./BZ); 200R 2:22,18 (4./BZ);
Lilli Dietrich (2010): 100R 1:22,91 (17./BZ); 100B 1:39,31 (17.); 50R 0:38,94 (14.); 50F 0:33,53 (32.); Sarina Hartlaub (2010): 100F 1:09,30 (23.); 50S 0:35,02 (19./BZ); 50R 0:39,16 (15./BZ); 50F 0:31,63 (22.); Jasmin Kämmer (2009): 100F 1:08,28 (18./BZ); 50B 0:39,18 (13.); 50S 0:33,36 (14.); 100S 1:14,54 (9.); 50F 0:31,19 (21./BZ); Svenja Kolb (2010): 200B 3:22,43 (13./BZ); 50B 0:42,07 (19.); 100B 1:30,62 (14./BZ); 50F 0:32,37 (26.); Lissy Konrad (2009): 100F 1:02,17 (2./BZ); 200L 2:34,69 (2./BZ); 50S 0:30,22 (1.); 100S 1:07,60 (2.); 50F 0:28,56 (5.); Maila Probst (2010): 100R 1:19,43 (14.); 200R 2:43,11 (3.); 50R 0:35,83 (10./BZ); 50F 0:30,77 (18./BZ); Hannah Schäffer (2008): 100F 1:09,21 (15.); 800F 10:38,27 (6./BZ); 400F 5:16,40 (8.); 200F 2:30,56 (13.)