Doppelte Helena: zwei Rekorde und zwei Titel
Lange Gesichter beim SV 05 Würzburg nach Staffelniederlagen / Felix Sobietzki bei den Hallenmeisterschaften auf dem Vormarsch
Von ihrer besten Seite zeigten sich die Untermainschwimmer bei den unterfränkischen Hallenmeisterschaften, die heuer erstmals in Kitzingen ausgetragen wurden. Gleich zum Auftakt lieferte Helena Kösterke (TV Elsenfeld) dem favorisierten Würzburger Neuzugang Annika Liebs (1:00,06 Minuten) über 100 m Freistil einen packenden Zweikampf und steigerte mit schnellen 1:00,49 Minuten ihren eigenen Kreisrekord um fast eine volle Sekunde. Knapp über ihrem Rekord blieb sie im zweiten Abschnitt über 400 m Freistil, doch holte sie sich hier in 4:44,93 Minuten überlegen den Titel. Keine Chance hatte sie dagegen über 200 m Freistil. Hier sicherte sich die überragende Chris Wiegand (TG Kitzingen) in sehr guten 2:07,81 Minuten eine weitere ihrer insgesamt fünf Meisterschaften. Helena Kösterke wurde hinter Annika Liebs Dritte in 2:12,56 Minuten. Mit dieser Zeit löschte sie jedoch den Kreisrekord von Alexandra Habermann (Poseidon Aschaffenburg), der 15 Jahre unangetastet geblieben war und bei 2:14,7 Minuten stand. Knapp über dem Kreisrekord blieb sie mit 2:37,31 Minuten über 200 m Lagen; aber hier wurde sie mit einem weiteren Titel belohnt.
Bei den Männern gaben in dem für viele ungewohnten Kitzinger Sole-Bad erneut die Nullfünfer aus Würzburg den Ton an. Überragender Akteur war zweifellos Sven Grosse, der vier Titel einheimste. Mit 50,94 Sekunden über 100 m Freistil sorgte er für das Top-Resultat der Titelkämpfe. Über 100 m Brust musste er sich nach einem spannenden Zweikampf jedoch seinem Vereinskameraden Andre Kresse (1:05,39 Minuten) beugen, der immer für eine Überraschung gut ist. Lange Gesichter gab es im Lager der Nullfünfer bei den Staffelentscheidungen über jeweils 4 mal 100 m Freistil. Obwohl die Würzburger bei den Damen alle Kräfte mobilisierten, feierte die TG Kitzingen in 4:18,10 Minuten einen glatten Start-Ziel-Sieg vor dem SV 05 Würzburg (4:21,41 Minuten) und dem TV Marktheidenfeld (4:42,17 Minuten). Bei den Männern hatten die Würzburger die Rechnung ohne den Schwimmclub aus Schweinfurt gemacht. An Stelle des in den letzten Jahren üblichen Dreifach-Erfolges spielte man nur die zweite Geige. Der SC aus der Kugellagerstadt bot auf der Außenbahn schwimmend erfolgreich Paroli und schnappte den Favoriten um Handschlag Sieg und Titel weg.
Sehr gut mischten die jungen Untermainakteure im Kampf um die Jahrgangstitel mit. Persönliche Bestleistungen am laufenden Band und teilweise enorme Steigerungsraten wurden registriert. Bei den Jungen schoss wohl Felix Sobietzki (Poseidon Aschaffenburg) den Vogel ab, der beim Jahrgang 1987 ebenso wie Nichola Troche (TV Elsenfeld) drei Siege errang. Über 400 m Freistil unterbot er mit tollen 4:49,40 Minuten erstmals die Fünf-Minuten-Grenze und das gleich mit einem tollen Satz, dem er mit 2:16,56 Minuten über 200 m Freistil eine weitere Superzeit folgen ließ. Fünf Starts fünf Siege, so lautete die Erfolgsbilanz der vielseitigen Kristina Scholz, die jeweils persönliche Rekorde aufstellte und ihr herausragendes Ergebnis mit 5:22,00 Minuten über 400 m Freistil hatte. Als bester Akteur der Elsenfelder Schwimmer entpuppte sich Nils Kleebach (Jahrgang 1990), der an den beiden Tagen insgesamt acht Rennen bestritt. Fünfmal musste er sich dem überragenden Sebastian Knorz (VfL Bad Neustadt) beugen, dreimal stand er jedoch selbst ganz oben auf dem »Treppchen«, in seinen Parade-Disziplinen, dem Brustschwimmen und über 400 m Freistil.