Aschaffenburger Männerteam schafft die Zielvorgabe
Sicherer 7. Platz für den SSKC Poseidon in der Bayernliga – Frauen in der Landesliga Dritter – Enna Corak und Hannah Braun in Rekordlaune
Nicht mit Vor- und Endkampf, sondern in einem einzigen Durchgang werden heuer in allen Klassen und Ligen die Deutschen Mannschaftsmeisterschaften im Schwimmen (DMS) entschieden und damit auch über Meisterschaft, Auf- und Abstieg. Den anvisierten siebten Rang in der Bayernliga erreichten mit 13 134 Punkten die Männer des SSKC Poseidon Aschaffenburg, die sich damit den Verbleib im bayerischen Oberhaus für ein weiteres Jahr sicherten. Das Frauenteam, das in der Landesliga um den Wiederaufstieg kämpfte, drehte in Langwasser nach einem etwas holprigen Start mächtig auf und sicherte sich in der Sechsergruppe am Ende hinter dem siegreichen TV Kempten (12 684 Punkte) mit 12 415 Zählern noch Rang zwei. Zwischen diese beiden Teams schob sich jedoch mit 12 569 Punkten die zweite Mannschaft der SG Stadtwerke München, so dass den Mädels vom Main nur der dritte Platz blieb. Dieser reicht aber nur dann zum Aufstieg in die Bayernliga, wenn ein bayerischer Vertreter in die zweite Bundesliga aufsteigt.
Julian Richter in Bestform
Nachdem die Verantwortlichen im DSV heuer erneut die Durchführungsbestimmungen im Deutschen Mannschaftswettbewerb (DMS) in mehreren Punkten geändert und das Programm auf 26 Wettkämpfe für Männer und Frauen verkürzt haben, durfte jeder Akteur nur noch vier statt fünf Starts bestreiten. Und diese vier Starts wurden vom jungen Männerteam des SSKC voll genutzt. Zum fleißigsten Punktesammler avancierte Julian Richter (Jg. 1996), der sein schweres Programm bravourös bewältigte, vier neue persönliche Bestleistungen aufstellte und 2 174 Punkte zum Mannschaftsergebnis beitrug. Dabei knackte er nach mehreren vergeblichen Anläufen mit 58,87 Sekunden über 100 m Schmetterling erstmals die Minutengrenze und setzte mit 4:49,54 Minuten über 400 m Lagen und 2:10,84 Minuten über 200 m Schmetterling weitere Ausrufezeichen. Muskuläre Probleme machten zunächst dem Youngster im Team, Niklas Reibenspiess (Jg. 1998), zu schaffen. Nach einer entsprechenden Behandlung landete aber auch er Bestmarken über 200 (2:00,64 Min.) und 400 m Freistil (4:19,93 Min.) und erreichte 2 091 Punkte.
Kraulass Lukas Kaiser
Ausschließlich im Kraulschwimmen eingesetzt erwies sich Lukas Kaiser (Jg. 1993 – 2 073 Punkte) als großer Kämpfer. Über 1500 m steigerte er seine Bestmarke auf 17:25,50 Minuten und wurde im Zehnerfeld der Langstreckler hervorragender Zweiter. Das Brustschwimmen lag bei Moritz-Pascal Weis (Jg. 1994) und Eugen Hoffmann (Jg. 1995) in bewährten Händen. Auch sie überboten beide mit 2 057 (Weis) und 2 012 Zählern (Hoffmann) die zweitausender Hürde. Dazu steigerte Weis nach 100 m Brust (1:07,76 Min.) auch noch seine Bestzeit über 200 m Lagen (2:18,90 Min.), während Hoffmann neben zwei neuen Hausmarken im Brustschwimmen (100m: 1:08,48 Min. – 200m: 2:29,14 Min.) noch zwei weitere im Rückenschwimmen (1:02,20 und 2:17,30 Min.) aufstellte. Ein Debüt nach Maß schaffte Sebastian Feser (Jg. 1997). Er absolvierte ebenfalls vier Starts, erzielte dabei drei neue Bestzeiten und hatte sein bestes Ergebnis über 100 m Schmetterling mit 1:02,43 Minuten (468 Punkte).
Kathi Reibenspiess immer schneller
Im Frauenteam der Poseidonen musste Coach Ehrhardt die erkrankte Hanna Seubert ersetzen und etwas umstellen, zumal die neu ins Team genommene Sophia Diener andere Disziplinen beherrscht. Obwohl Enna Corak (Jg. 1998) im ersten Abschnitt zwei neue Kreisrekorde im Rückenschwimmen (100m: 1. in 1:08,12 Min. – 200m: 2. in 2:27,85 Min.) aufstellte und Katharina Reibenspiess (Jg. 2000) das 400m-Freistilrennen in 4:51,44 Minuten für sich entschied, belegte das Team bei Halbzeit hinter dem TV Kempten und SC Delphin Ingolstadt nur Rang drei. In der folgenden Aufholjagd zogen die Aschaffenburgerinnen am Team aus Oberbayern vorbei und glänzten dabei durch sechs weitere Einzelsiege. Je zwei davon gingen an Hannah Braun, die es bei vier Starts auf 2023 Punkte brachte, und wieder an die junge Katharina Reibenspiess (1997 Einzelpunkte). Hannah Braun machte dabei über 200 m Lagen ihr Meisterstück: Den von ihr selbst gehaltenen Vereinsrekord schraubte sie um 5,5 Sekunden auf feine 2:28,69 Minuten. Katharina Reibenspiess holte sich nach den 400 (523 Punkte) auch die 800 m Freistil (525 Punkte) und ließ auch über 200 m Brust in neuer Bestzeit (2:52,78 Min.) nichts anbrennen. Die weiteren Siege für das Poseidonteam sicherten sich Lisa Diener (100 m Schmetterling in 1:09,19 Min.) und Enna Corak (100 m Freistil – 1:01,50 Min.). Corak (2 180 Zähler) und Diener (2 131) erzielten auch die höchsten Gesamtpunktzahlen. Sophia Diener machte ihre Sache als Nachrückerin sehr gut, musste viermal ran und steuerte 1 462 Punkte zum Gesamtergebnis bei. Linda Vorberg, mit einer Bestmarke über 200 m Freistil, und Katharina Biel, die sich über 400 m Lagen enorm steigerte, erreichten bei drei Starts 1 351 (Vorberg) und 1 283 Zähler.
Bestnoten für „Bruder Jonas“ und Justin Arapaj
Mit ihrem 18. Platz in der aus 20 Vereinen bestehenden Landesliga darf die zweite Männermannschaft des SSKC Poseidon noch gewisse Hoffnung auf einen Verbleib in der Klasse haben. Der überlegene Bezirkssieger des letzten Jahres konnte in Nürnberg die verhinderten Leistungsträger Pascal Mangold, Dominik Feser und Stanislav Meisner nicht gleichwertig ersetzen und büßte dadurch viele Punkte ein. Für die Topleistung in diesem Team sorgte Jonas Braun (Jg. 1997) mit 514 Punkten für seine sehr gute Zeit von 17:40,91 Minuten über 1500 m Freistil. Mit 1793 Punkten war er auch erfolgreichster Punktesammler, gefolgt von Fabian Bauer (1648), Steven Herrschaft (1555), Justin Arapaj (1319) Luis Neumann-Perez (1307), Youngster Philipp Walter (Jg. 2000 – 1000 Punkte) und Sercan Bal (593 Punkte bei zwei Einsätzen). Neben Jonas Braun vollbrachte Justin Arapaj (Jg. 1999) die größten Steigerungsraten. Über 100 m Rücken unter bot er mit 1:08,90 Minuten erstmals die 1:10-Minuten und über die doppelte Distanz blieb er mit 2:28,63 Minuten erstmals unter 2:30 min.
Einzelergebnisse des SSKC Poseidon (Frauen – Männer I – Männer II):
50 m Freistil: Lisa Diener 0:28,38; Enna Corak 0:28,53 – Marc-André Krischak 0:25,09; Thomas Ehrhardt 0:25,87 – Fabian Bauer 0:27,50; Luis Neumann-Perez 0:28,50; 100 m Freistil: Lisa Diener 1:01,15; Enna Corak 1:01,50 – Moritz-Pascal Weis 0:56,43; Lukas Kaiser 0:57,06 -Fabian Bauer 0:59,91; Luis Neumann-Perez 1:06,09; 200 m Freistil: Lisa Diener 2:20,31; Linda Vorberg 2:25,20 – Niklas Reibenspiess 2:00,64; Lukas Kaiser 2:03,20 – Jonas Braun 2:07,68; Fabian Bauer 2:11,59; 400 m Freistil: Katharina Reibenspiess 4:51,44; Linda Vorberg 5:04,65 – Niklas Reibenspiess 4:19,93; Lukas Kaiser 4:23,23 – Jonas Braun 4:40,25; Sercan Bal 5:16,28; 800 m Freistil: Katharina Reibenspiess 9:56,28; Linda Vorberg 10:30,78 – 1500 m Freistil: Lukas Kaiser 17:25,50; Niklas Reiebnspiess 17:42,19 – Jonas Braun 17:40,91; Sercan Bal 21:22,25; 100 m Brust: Hannah Braun 1:18,47; Katharina Reibenspiess 1:20,22 – Moritz-Pascal Weis 1:07,76; Eugen Hoffmann 1:08,48 -Steven Herrschaft 1:17,40; Luis Neumann-Perez 1:19,37; 200 m Brust: Katharina Reibenspiess 2:52,78; Hannah Braun 2:55,36 – Eugen Hoffmann 2:29,14; Moritz-Pascal Weis 2:31,23 – Steven Herrschaft 2:47,28; Luis Neumann-Perez 3:02,89; 100 m Rücken: Enna Corak 1:08,12 (neuer Kreisrekord!); Hannah Braun 1:10,91 – Eugen Hoffmann 1:02,20; Sebastian Feser 1:05,74 – Steven Herrschaft 1:07,85; Justin Arapaj 1:08,90; 200 m Rücken: Enna Corak 2:27,85 (neuer Kreisrekord!); Sophia Diener 2:51,69 – Eugen Hoffmann 2:17,30; Sebastian Feser 2:20,90 – Justin Arapaj 2:28,83; Philipp Walter 2:47,27; 100 m Schmetterling: Lisa Diener 1:09,19; Katharina Biel 1:12,53 – Julian Richter 0:58,87; Sebastian Feser 1:02,43 – Steven Herrschaft 1:04,05; Justin Arapaj 1:11,00; 200 m Schmetterling: Katharina Biel 2:45,38; Sophia Diener 2:54,15 – Julian Richter 2:10,84; Sebastian Feser 2:27,07 – Justin Arapaj 2:47,00; Philipp Walter 3:01,66; 200 m Lagen: Hannah Braun 2:28,69 (Vereinsrekord!); Sophia Diener 2:48,85 – Julian Richter 2:18,17; Moritz-Pascal Weis 2:18,90 – Fabian Bauer 2:31,13; Philipp Walter 2:52,47; 400 m Lagen: Katharina Biel 5:39,13; Sophia Diener 5:59,13 – Julian Richter 4:49,54; Niklas Reibenspiess 5:01,29 – Jonas Braun 5:26,95; Philipp Walter 6:03,78.
Drei Poseidon-Teams beim DMS
In Bayern- und Landesliga stehen die Entscheidungen an – Tom Ehrhardt setzt auf die Jugend
Ganz im Zeichen des Deutschen Mannschaftswettbewerbs im Schwimmen (DMS) stehen die beiden ersten Februarwochenenden. Bereits an diesem Wochenende geht es um Meisterschaft, Auf- und Abstieg. Mit im Rennen sind die Schwimmer des SSKC Poseidon Aschaffenburg, die gleich mit drei Mannschaften antreten. Die erste Männermannschaft startet am Sonntag als Bayernligist in Bayreuth, wo alle zehn Teams dieser Liga gemeinsam um die begehrten Punktzahlen kämpfen. Schon einen Tag früher bestreiten die Poseidondamen ihr ebenfalls 26 Einzelwettkämpfe umfassendes Programm in der Landesliga, die bei Männern und Frauen mit jeweils zwanzig Teams die zahlenmäßig größte Liga im DSV ist und deren Vorkampf deshalb nach regionalen Gesichtspunkten auf vier Orte verteilt wurde.
Auch die Männer II in der Landesliga
Die im vergangenen Jahr aus der Bayernliga abgestiegenen Aschaffenburgerinnen starten im Nürnberger Hallenbad Langwasser und werden begleitet von der zweiten Männermannschaft des Clubs, die nach dem Rückzug des Forchheimer Männeteams in die Landesliga nachrücken durfte. Eine frische Brise bläst den Männern in der Bayernliga entgegen, wo neben den zweiten Mannschaften der Bundesligisten SSG Erlangen und SV Würzburg sehr starke Teams aus Südbayern als Konkurrenz ins 25m-Becken springen. Ziel der jungen Ehrhardt-Truppe ist eine stattliche Punktzahl, Voraussetzung für einen sicheren Verbleib im bayerischen Oberhaus. Nach den sehr starken Leistungen bei ihrem Auslandsstart in Belgien sind Eugen Hoffmann, Julian Richter, Lukas Kaiser, Niklas Reibenspiess und Sebastian Feser erste Wahl. Komplettiert wird das Team durch die erfahrenen Kräfte Marc Krischak und Moritz-Pascal Weis.
Gespannt ist man im Lager der Poseidonen auf das Abschneiden des verjüngten Damenteams, das mit zwei Debütantinnen, Katharina Reibenspiess und Hanna Seubert (beide Jg. 2000), antritt und als Favorit der Langwasser-Gruppe gilt. Im direkten Vergleich kommt es zur Auseinandersetzung mit dem TV Kempten, SSV und 1. FC Nürnberg, Delphin Ingolstadt und SC Prinz Eugen München. In der nachgerückten zweiten Männermannschaft des SSKC kommen ebenfalls nur Jugendliche aus den eigenen Reihen zum Einsatz, deren Ziel es ist, die Klasse zu erhalten.