Große Erleichterung bei den Schwimmern des SSKC Poseidon Aschaffenburg: Bei der DMS, der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft im Schwimmen, wurde das große Ziel Klassenerhalt erfolgreich erreicht. Beim Bayernliga-Entscheid am vergangenen Sonntag in Bamberg erreichten die Damen mit Platz 10 und die Herren mit Platz 11 jeweils einen Platz oberhalb der Abstiegsränge.

Damit ist klar: Auch im kommenden Jahr wird der SSKC Poseidon Aschaffenburg mit zwei Teams in der drittklassigen Bayernliga an den Start gehen und den Bayerischen Untermain vertreten. Nach einem großen Umbruch im Sommer, der auch mit dem Abgang einiger Leistungsträger verbunden war, kann man umso stolzer auf das Abschneiden sein – auch wenn die starken Ergebnisse aus dem Vorjahr erwartungsgemäß nicht wiederholt werden konnten.

In die Karten spielte den Poseidonen sicherlich auch die Aufstockung der Liga von zehn auf sechzehn Mannschaften. Hierdurch war zu Beginn des Wettkampfes klar: Können die beiden Mannschaften an ihr Leistungsmaximum heranschwimmen, sollten sie sich recht bald aus dem Abstiegskampf verabschieden.

Bei den Damen konnte nach einem guten fünften Platz im vergangenen Jahr die Mannschaft weitestgehend zusammengehalten werden, weshalb ein gesicherter Platz im Mittelfeld als realistisches Zeil ausgegeben wurde. Vor dem Wettkampf-Start gab es für das Team jedoch eine echte Hiobsbotschaft: Mit Cäcilia Bausback fiel eine wichtiges Puzzlestück im Team von Ivan Matteuzzi krankheitsbedingt aus. Dadurch fehlte der Damenmannschaft nicht nur eine der wichtigsten Punktesammlerinnen, sondern auch die Schwimmerin mit der meisten DMS-Erfahrung.

Bei den Herren sah die Ausgangslage etwas anders aus: Nach dem phänomenalen dritten Platz 2024, dem besten Ergebnis der Vereinsgeschichte, fehlten mit Alexander Gening, Maxim Sarkany und Mika Heller diesmal gleich drei absolute Leistungsträger der vergangenen Jahre.

Hinzu kam das gesteigerte Niveau der Liga: Aus der zweiten Bundesliga stiegen mit der SG Bamberg und dem SV Wacker Burghausen zwei Top-Teams in die Bayernliga ab, „von unten“ kamen mit dem SV Bayreuth und dem SV Würzburg 05 zwei starke Aufsteiger. Dank guter Leistungen der neuformierte Poseidon-Mannschaft war man dennoch zu keinem Zeitpunkt im Bereich der Abstiegsplätze unterwegs und kann den Umbruch weiter vorantreiben.

Als einer der neuen Leader im Herren-Team avancierte David Gening (2010), der mit vier neuen Bestzeiten einen herausragenden Wettkampf schwamm und starke 2.403 Punkte beisteuerte. Mehr schaffte nur Leon Finnegan (2008), der zwar nicht ganz an seine Bestzeiten heranschwimmen konnte, mit mehreren guten Platzierungen allerdings einige wichtige Zähler für sein Team holte.

Die mit Abstand meisten Punkte in der Damenmannschaft sammelte Lissy Konrad (2009). Die Formkurve der Haibacherin zeigte in den letzten Wochen konstant nach oben und in Bamberg belohnte sie sich mit einigen neuen Hausmarken. Über 50m Schmetterling blieb sie mit starken 0:29,71 erstmals unter der 30-Sekunden-Marke und sorgte für mit Platz zwei für die beste Einzelleistung der Aschaffenburger.

Als Ersatzschwimmerin für Cäcilia Bausback wurde Jasmin Kämmer (2009) nachnominiert, die mit kurzer Vorlaufzeit zu ihrem Bayernliga-Debut kam und sich hervorragend verkaufte: Bei allen drei Starts stellte sie eine persönliche Bestzeit auf, wobei sie insbesondere mit einer starken Leistung über 200m Lagen wichtige Punkte für den SSKC sammeln konnte.

Ein folgenschwerer Fehler unterlief Lana Fecher über 200m Brust. Sie schwamm ein tolles Rennen, die Kampfrichter stellten allerdings eine nicht-regelkonforme Bewegung der Beine fest und disqualifizierten die Niedernbergerin. Bitter für das Team: Da es bereits Fechers fünfter Start war, durfte sie nicht zum Nachschwimmen und die Strecke wurde mit 0 Punkten bewertet. Ohne die Disqualifikation wäre das Poseidon-Team im engen Feld wohl noch ein paar Plätze weiter vorne gelandet.

In ihren weiteren Rennen schlug Fecher sich allerdings ordentlich: Über 100m Brust gelang ihr eine neue Bestzeit, über die Rückendistanzen blieb sie jeweils nur knapp dahinter. Dennoch sammelte sie hier wichtige Punkte, denn mit dreimal Platz vier war sie jeweils vorne mit dabei.

Eine Bestzeitenquote von 100% schafften Hannah Schäffer (2008) und Timo Bläs (2009). Schäffer überzeugte insbesondere über die langen 400m und 800m Freistil mit guten Zeiten, Bläs brachte über die 200m Rücken eine tolle Zeit ins Wasser.

Ähnlich gut machten es auch die weiteren Debütanten – sowohl bei den Damen, als auch bei den Herren. Maila Probst (2010) schwamm zwei neue Bestzeiten über die Rückenstrecken und sorgte ebenfalls über die 200m-Distanz für ihr bestes Ergebnis. Ihre gleichaltrige Teamkollegin Sarina Hartlaub war über die Sprintstrecken im Einsatz und sorgte in vier Rennen für drei neue Bestzeiten.

Bei den Herren schwamm Malo Morones-Spira (2007) einen klasse ersten Wettkampf auf Bayernliga-Niveau. Schnell war er insbesondere über die Rückendistanzen, wo er jeweils in der vorderen Hälfte der Konkurrenz landete. Bastian Hock (2009) überzeugte zudem mit guten Zeiten über 100m Brust und 400m Lagen.

Mit Lisa Diener (1997) und Justin Arapaj (1999) bewiesen auch die beiden „Oldies“ im Team, dass sie problemlos bei den teils deutlich jüngeren Konkurrenten mithalten können. Diener, langjährige Top-Schwimmerin der ersten Wettkampf-Mannschaft, ist mittlerweile auch im Triathlon erfolgreich und feierte in Bamberg ein erfolgreiches Comeback im Becken. Und auch Arapaj schwamm über 50m und 100m Rücken sehr ordentliche Zeiten – auch wenn Beide erwartungsgemäß nicht ganz an ihre Bestzeiten heranschwimmen konnten.

Wichtige Punkte steuerten auch Linus Dietrich (2010) und Franka Timm (2006) bei. Brustexperte Dietrich konnte über seine Paradestrecken nicht ganz sein Leistungsmaximum abrufen, überzeugte im Freistil- und Schmetterlingschwimmen mit neuen Bestzeiten. Timm, wie Diener und Arapaj nicht mehr offiziell Teil der ersten Wettkampf-Mannschaft, unterstützte das DMS-Team aber auch in diesem Jahr und konnte über die Sprintstrecken in die Nähe ihrer Bestzeiten schwimmen.

 

 

Hintergrund: Die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft im Schwimmen (DMS)

Die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft im Schwimmen (DMS) ist eines der großen Highlights im Wettkampfkalender. Einmal im Jahr wird Schwimmen zum Teamsport, denn jeder Schwimmer kämpft hier nicht nur um Bestzeiten, sondern auch um Punkte für seine Mannschaft.

Ein Team besteht in der Regel aus 7-8 Athleten, wobei jeder Sportler maximal fünf Starts absolvieren darf. Geschwommen wird zweimal das gesamte Wettkampfprogramm, also 50m, 100m und 200m Schmetterling, Rücken und Brust, 100m, 200m und 400m Lagen, 50m, 100m, 200m, 400m Freistil sowie jeweils einmal 800m und 1500m Freistil – insgesamt 34 Rennen. Die Zeiten werden entsprechend der am Weltrekord orientierten FINA-Tabelle in Punkte umgerechnet.

Der Wettkampf ist in einem Ligasystem organisiert, wobei die Bayernliga drittklassig unterhalb der 1. Bundesliga sowie der dreigleisigen 2. Bundesliga angesiedelt ist. In den Top-Ligen sind jeweils zwölf Mannschaften männlich und weiblich am Start, die Bayernliga wurde in diesem Jahr von zehn auf sechzehn Mannschaften aufgestockt.

Endergebnisse

Endergebnis Bayernliga (Damen):

  1. SG Bamberg (19.181 Punkte)
  2. SC Wasserfreunde München (18.506)
  3. TSV Hohenbrunn-Riemerling (17.256)
  4. SV Augsburg 1911 (17.137)
  5. SV Würzburg 05 (16.799)
  6. SG Stadtwerke München II (15.753)
  7. SC Regensburg (15.041)
  8. SSG Neptun Germering (15.000)
  9. SSG 81 Erlangen II (14.733)
  10. SSKC Poseidon Aschaffenburg (14.606)
  11. SC 53 Landshut (14.394)
  12. TSV Vaterstetten (14.165)
  13. Schwimmteam Neusäß (14.126)
  14. SV Fürstenfeldbrucker Wasserratten (13.921)
  15. DJK Sportbund München (13.731)
  16. TV Kempten (13.611)

Endergebnis Bayernliga (Herren):

  1. SG Bamberg (19.550)
  2. SC Delphin Ingolstadt (18.093)
  3. SG Stadtwerke München II (17.998)
  4. SV Wacker Burghausen (17.556)
  5. SV Bayreuth (17.477)
  6. SV Würzburg 05 (17.460)
  7. SSG 81 Erlangen (17.055)
  8. TSV Hohenbrunn-Riemerling (17.023)
  9. SV Augsburg 1911 (16.768)
  10. SC Wasserfreunde München II (16.338)
  11. SSKC Poseidon Aschaffenburg (15.445)
  12. SC Prinz Eugen München (14.783)
  13. TSV Vaterstetten (14.779)
  14. SSG Coburg (14.753)
  15. SSG Günzburg-Leipheim (14.715)
  16. TV Kempten (14.151)

 

Schwimmen in Zahlen

Justin Arapaj (Jahrgang 1999): 50m Rücken 0:28,14 (485 Punkte); 400m Freistil 4:44,40 (415 P.); 100R 1:01,51 (485 P.); 200m Schmetterling 2:41,95 (287 P.); 50F 0:25,99 (448 P.); Timo Bläs (2009): 1500F 18:25,76 (449 P./BZ); 100F 0:58,23 (456 P./BZ); 200R 2:19,97 (429 P./BZ); 400F 4:38,10 (444 P./BZ); Linus Dietrich (2010): 100S 1:06,90 (362 P./BZ); 50m Brust 0:32,76 (441 P.); 50F 0:25,70 (464 P./BZ); 100B 1:09,86 (495 P.); 200B 2:44,15 (392 P.); Leon Finnegan (2008): 100m Lagen 1:00,47 (541 P.); 200F 2:11,51 (421 P.); 50S 0:26,64 (512 P.); 50B 0:30,24 (561 P.); 200L 2:20,25 (467 P.); David Gening (2010): 200R 2:14,57 (483 P.); 200B 2:31,69 (497 P./BZ); 400L 4:53,01 (514 P./BZ); 100L 1:03,33 (471 P./BZ); 100S 1:02,70 (440 P./BZ); Bastian Hock (2009): 100B 1:11,72 (457 P./BZ); 200S 2:27,91 (376 P.); 200F 2:06,78 (470 P.); 400L 5:07,68 (444 P./BZ); 100F 0:58,69 (445 P.); Malo Morones-Spira (2007): 200L 2:24,41 (428 P./BZ); 100R 1:01,13 (494 P./BZ); 800F 9:22,40 (480 P./BZ); 50S 0:28,03 (440 P.); 50R 0:28,80 (452 P./BZ); Lisa Diener (1997): 100S 1:10,28 (421 P.); 400F 4:58,78 (457 P.); 1500F 20:11,08 (421 P./BZ); 50S 0:31,85 (424 P.); Lana Fecher (2008): 200R 2:27,32 (514 P.); 100R 1:08,92 (481 P.); 50R 0:31,40 (518 P.); 100B 1:19,52 (482 P./BZ); Sarina Hartlaub (2010): 100L 1:17,07 (365 P./BZ); 200F 2:27,98 (414 P./BZ); 50F 0:31,18 (392 P.); 100F 1:07,03 (421 P./BZ); Jasmin Kämmer (2009): 50B 0:38,14 (411 P./BZ); 200S 2:43,76 (386 P./BZ); 200L 2:38,81 (449 P./BZ); Lissy Konrad (2009): 200F 2:12,22 (580 P./BZ); 200L 2:29,69 (536 P.); 50S 0:29,71 (523 P./BZ); 200S 2:34,95 (456 P./BZ); 400L 5:22,28 (498 P./BZ); Maila Probst (2010): 400L 5:43,42 (411 P./BZ); 100F 1:08,47 (395 P.); 200R 2:38,96 (409 P./BZ); 100R 1:15,45 (367 P.); 50R 0:34,60 (387 P./BZ); Hannah Schäffer (2008): 800F 10:13,83 (470 P./BZ); 100L 1:15,24 (392 P./BZ); 100S 1:17,21 (318 P./BZ); 400F 5:01,33 (446 P.); Franka Timm (2006): 100B 1:20,26 (469 P.); 200B 2:53,44 (445 P.); 50F 0:28,79 (498 P.); 50B 0:37,02 (450 P.);