Justus Behütuns holt einzigen Tagessieg // Vielzahl an Disqualifikationen sorgt für Unmut
Mit der Teilnahme am 48. Internationalen Schwimmwettkampf in Eschborn starteten die beiden Nachwuchsteams „W1“ und „W2“ des SSKC Poseidon Aschaffenburg am vergangenen Sonntag in das Schwimm-Jahr 2026. Bei dem sehr gut besetzten Wettkampf konnten sich die Poseidon-Talente mit starker Konkurrenz aus den umliegenden hessischen Vereinen messen.
Auch wenn die Schwimmer eine Vielzahl neuer Bestzeiten aufstellen konnten, war das Trainergespann um Alexandra Reibenspiess und Alexander Heinrich nicht gänzlich zufrieden mit dem Wettkampf. Ein Grund dafür war die hohe Anzahl an Disqualifikationen – bei den Poseidon-Schwimmern, aber gleichermaßen auch bei den anderen Vereinen. Alleine aus Aschaffenburg wurden sieben Sportler, meist aufgrund von Fehlern bei der Wende, disqualifiziert.
„Es gab eine Serie von ungewöhnlich vielen, zum Teil umstrittenen Disqualifikationen,“ beschreibt Heinrich die Situation. Am konkreten Beispiel seiner Schwimmerin Nora Hößler (Jahrgang 2014) über 200m Freistil wurde „angeblich die Wand bei der letzten Wende nicht berührt.“ Auch wenn Sportler und Trainer dies anders sahen und sich sicher waren, dass ein Wandkontakt vorlag, „führte auch eine Rücksprache mit dem Schiedsrichter leider nicht zur Rücknahme der Disqualifikation.“
Wenngleich die Summe dieser umstrittenen und für Schwimmer und Trainer schwer nachvollziehbaren Disqualifikationen die Stimmung drückten, gab es auch einige positive Leistungen der Nachwuchstalente. Schnell unterwegs waren sie insbesondere über die 200m Freistil: Alle Poseidon-Starter konnten über diese Strecke einen neue persönliche Bestzeit aufstellen und unterboten ihre alten Marken teils deutlich um über zehn Sekunden.
Bei den Jungs die schnellste Zeit ins Wasser brachte Ben Radau (2013), aber auch Vincent Becker, Jannes Buckow (2014), Lennard Fuchs (2013) und Hendrik Scherer bleiben unterhalb der Drei-Minuten-Marke. Für die größte Steigerung sorgte jedoch Maximilian Förster (2013), der seine alte Bestzeit um mehr als 30 Sekunden (!) verbessern konnte.
Bei den Mädchen überzeugten Maria Avram, Luzie Munz, Liv Scherer (2013), Lena Kaiser (2014) und Mathilda ter Stal mit Zeiten unter drei Minuten. Besonders ärgerlich hier die bereits angesprochenen Disqualifikation von Nora Hößler (2014), die ein tolles Rennen schwamm, die starke Endzeit allerdings nicht gewertet wird.
Im starken Teilnehmerfeld für den einzigen Tagessieg der Poseidonen sorgte Justus Behütuns (2015) über 50m Schmetterling. Mit einer deutlichen Bestzeit-Steigerung setzte er sich knapp gegen seine Konkurrenten aus Hofheim und Eschborn durch. Mit Rang zwei verpasste die gleichaltrige Teamkollegin Mathilda ter Stal mit einer starken Bestzeit über 100m Lagen als zweite nur knapp die Goldmedaille.
Über diese Strecke gingen im Jahrgang 2014 sogar zwei Medaillen nach Aschaffenburg – Lena Kaiser landete auf Platz zwei, Amalia Stapp mit toller neuer Bestzeit auf dem Bronzerang. Um ganze fünf Sekunden verbesserte hier auch Helena Wicklein (2013) ihre alte Hausmarke und stellte damit ihre Vielseitigkeit in allen vier Schwimmlagen unter Beweis.
Einen starken zweiten Platz sicherte sich Vincent Lederer (2014) im Sprint über 50m Brust. Während es über die 200m Rückendistanz einige Disqualifikationen zu vermelden gab, konnten die 2013er Anna Gerlach, Johannes Schwegler und Lennard Fuchs mit deutlichen Steigerungen Ausrufezeichen setzen.
SCHWIMMEN IN ZAHLEN
Vincent Becker (Jahrgang 2014): 50m Schmetterling 0:40,15 (2. Platz); 200m Freistil 2:53,34 (5./Bestzeit); 200m Rücken 3:16,44 (3.); Justus Behütuns (2015): 50S 0:42,16 (1./BZ); 200F 3:10,20 (4./BZ); Jannes Buckow (2014): 50S 0:42,40 (4./BZ); 200F 2:50,44 (2./BZ); Maximilian Förster (2013): 200F 3:18,07 (14./BZ); 50m Brust 0:51,52 (7./BZ); Lennard Fuchs (2013): 200F 2:59,76 (12./BZ); 200R 3:18,61 (8./BZ); Simon Grein (2011): 200F 3:04,34 (19./BZ); Vincent Lederer (2014): 50B 0:47,68 (2./BZ); Ben Radau (2013): 50S 0:37,33 (4./BZ); 200F 2:44,47 (8./BZ); 200R 3:11,54 (7./BZ); Hendrik Scherer (2011): 200F 2:55,64 (15./BZ); 50B 0:45,58 (22.); Johannes Schwegler (2013): 50S 0:47,15 (7./BZ); 200F 3:04,04 (13./BZ); 200R 3:33,55 (9./BZ); Niklas Seubert (2013): 200F 3:26,33 (15./BZ); 50B 0:48,22 (6.); Jonathan ter Stal (2013): 50S 0:38,92 (5./BZ); 200F 2:54,60 (10./BZ); Flora Aldi (2012): 200F 3:13,49 (16./BZ); 50B 0:51,52 (15.); 100m Lagen 1:46,93 (16./BZ); Miriel Arba Sanchez (2010): 200L 3:37,43 (21./BZ); 50S 0:42,70 (16.); 100L 1:37,19 (17.); Maria Avram (2013): 200F 2:58,87 (13./BZ); 100L 1:35,08 (10./BZ); Anna Gerlach (2013): 50S 0:45,50 (6./BZ); 200R 3:22,39 (8./BZ); 100L 1:38,39 (12./BZ); Nora Hößler (2014): 50B 0:53,15 (2./BZ); 100L 1:45,13 (7.); Lena Kaiser (2014): 200F 2:49,47 (4./BZ); 100L 1:26,20 (2.); Luzie Munz (2013): 200F 2:53,58 (11.); 200R 3:10,02 (6.); 100L 1:29,46 (7./BZ); Liv Scherer (2013): 200F 2:59,52 (14./BZ); 200R 3:28,72 (9./BZ); 100L 1:32,92 (9./BZ); Amalia Stapp (2014): 200F 3:04,51 (5./BZ); 200R 3:39,86 (6./BZ); 100L 1:34,49 (3./BZ); Mathilda ter Stal (2015): 200F 2:48,87 (5./BZ); 200R 3:06,90 (4./BZ); 100L 1:27,45 (2./BZ); Helena Wicklein (2013): 200F 3:09,13 (15./BZ); 50B 0:45,24 (12./BZ); 100L 1:37,68 (11./BZ)